Hundeernährung Teil 1

Wie sein Vorfahr, der Wolf, gehört der Hund zur Ordnung der Karnivoren, wobei der Wolf kein reiner Fleischfresser ist. Außer Beutetieren frißt der Wolf Obst, Kräuter, Beeren, Gräser, Wurzeln, Insekten und auch den Kot der Pflanzenfresser. Überwiegend frißt der Wolf jedoch Großwild; vom Beutetier wird alles aufgefressen bis auf die größeren Knochen, einen Großteil von Haut und Fell und einen Teil des Magen-Darm-Inhalts.

Der Organismus des Hundes benötigt eine ganze Anzahl Nährstoffe um überleben zu können. In erster Linie ist er auf Energie angewiesen, wie jedes andere Lebewesen. Die Energie ist nötig, um den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Energie befindet sich in der Nahrung, die der Hund zu sich nimmt. Das sind Proteine, Kohlenhydrate und Fette. Wie viel Energie der Hund benötigt, hängt von einer Reihe Faktoren ab. So beeinflussen z.B. Rasse, Alter, Haltungsform, Erkrankungen und besonders die Leistung, die der Hund erbringen muss, den Energiebedarf. Auch das Gewicht ist für den Energiebedarf ausschlaggebend.
Meist haben kleinere Hunderassen einen höheren Energie pro kg Körpermasse, als bei größeren Hunden zu beobachten ist. Allerdings ist es auch von Hund zu Hund innerhalb einer Rasse unterschiedlich. Jeder Hund hat also seinen ganz individuellen Energiebedarf.

Folgende Nährstoffe versorgen den Hund mit Energie

Proteine

Der Hund benötigt permanente Eiweiße für alle Funktionen seines Körpers. Proteine bestehen aus 20 unterschiedlichen Aminosäuren, von denen 10 für den Hund essentiell sind. Sie werden nicht vom Organismus des Hundes gebildet und müssen über die Nahrung zugeführt werden. Alle anderen Aminosäuren werden vom Körper des Hundes selber in der Leber synthetisiert und müssen nicht über das Futter aufgenommen werden.
Folgende Aminosäuren sind für den Hund essentiell: Arginin, Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin.
Die Aminosäuren dienen dem Hund zum Aufbau von Fell, Krallen, Haut und Organen. Überall im Körper des Hundes werden Aminosäuren benötigt. In Muskeln, Sehnen, Knochen befinden sich Proteine. Sie sind an andauernden Auf- und Umbauprozessen im Körper beteiligt, werden dazu benötigt, neue Zellen aufzubauen und dienen dem Körper dazu, sich zu regenerieren. Auch zur Energiegewinnung dienen die Proteine dem Hund in erheblichem Maße.
Hochwertiges und leicht verdauliches Eiweiß steckt in Muskelfleisch, Innereien, Fisch, Milchprodukten und Eiern. Pflanzliche Proteine sind z.B. in großen Mengen Soja vorhanden. Weniger gut verwertbare tierische Proteine stecken in Knorpeln und Knochen
Werden dem Hund zu viele Proteine über die Nahrung zugeführt, wandelt der Körper diese in Fett um. Hier ist also Vorsicht geboten, wenn man die Figur und das Gewicht des Hundes halten will.

Fette

Fette (Lipide) gelten in der Hundeernährung als die wichtigsten Energielieferanten. Mit Hilfe von Sauerstoff werden sie im Organismus verbrannt und in Energie umgewandelt. Zudem sind die Fette für die Resorption der fettlöslichen Vitamine zuständig und dienen als Transportmittel für wichtige fettlösliche Vitamine, wie Vitamin A,D, E und K. Diese können über die Nahrung nur zusammen mit Fett in den Organismus gelangen.
Fett dient außerdem dem Schutz der Organe und wird als schützende Fettschicht um die Organe gebaut, wie z.B. das Nierenfett. Fett ist in der Membran jeder einzelnen Zelle enthalten, das heißt, überalle wird Fett benötigt.
Es kommen pflanzliche sowie tierische Fette vor
Dem Organismus des Hundes ist es möglich einige der Fettsäuren selber herzustellen und aufzubauen. Andere Fettsäuren wiederum sind für den Körper essentiell und müssen mit der Nahrung zugeführt werden. Für den Hund sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren essentiell und müssen in der Fütterung berücksichtigt werden.
Essentielle Fettsäuren befinden sich z.B. in hochwertigen pflanzlichen Speiseölen sowie im Fisch und im Fett des Fleisches.
Folgende Fettsäuren sind für den Hund essentiell: Alpha-Linolensäure, Linolsäure, Arachidonsäure und Gamma-Linolensäure. Die Fettsäuren lassen sich in Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren einteilen. Dies sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die für die Gesundheit des Hundes eine besonders große Rolle spielen. Lesen Sie hierzu auch mein Ölsorten-Lexikon !

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind neben den Proteinen und Fetten die wichtigsten Nährstoffe und Energielieferanten. Sie stehen in der Energieversorgung des Hundes qualitativ an zweiter Stelle hinter den Fetten und dienen als Lieferanten für die Kurzzeitenergie beim Hund.
Bei den Kohlenhydraten handelt es sich um Zucker, sie sind Bestandteile der Pflanzen, die durch Photosynthese aus Kohlendioxid und Wasser gebildet werden.
Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sowie das Gehirn können ihren Bedarf an Energie nur mit Kohlenhydraten decken. Andere Organe des Hundes sind in der Lage, Fette als erste Energiequelle zu nutzen.
Werden mehr Kohlenhydrate zugeführt als der Hund verwerten kann, werden sie im Körper in Form von Glykogen in der Leber gespeichert. Auch die Muskulatur dient als Speicherplatz.
Ballaststoffe sind ebenfalls Kohlenhydrate. Sie helfen bei der Verdauung im Darm mit, indem sie die Motorik des Darmes anregen und den Darmtrakt reinigen. Hunde benötigen aber nur sehr wenige Ballaststoffe, im Gegensatz zu uns Menschen.
Es gilt generell, dass Getreide als größter Lieferant von Kohlenhydraten nur sparsam bis gar nicht gefüttert werden sollte. Kohlenhydrate, die der Hund benötigt, sind bereits in ausreichendem Maße in Gemüse und Obst vorhanden. Glykogen als Kohlenhydrat nimmt der Hund z.B. in Form von Fleisch zu sich.

Mineralstoffe

Mineralstoffe werden in der Ernährungslehre in Mengenelemente sowie Spurenelemente unterteilt. Der Unterschied zwischen Mengen- und Spurenelementen ergibt sich aus der Menge der Stoffe, wie sie im Körper vorkommen. So sind die Mengenelemente in weitaus höherer Konzentration im Körper vorhanden als die Spurenelemente, die lediglich in „Spuren“ im Organismus zu finden sind.
Mengen- und Spurenelemente dienen i.d.R. zum Aufbau von Körpersubstanzen, wie z.B. den Knochen oder auch zur Steuerung von Lebensvorgängen. Sie sind dafür da, den Bau der Knochen zu unterstützen, Enzyme zu aktivieren oder den Wasserhaushalt zu regeln.

Zu den Mengenelementen zählen:
Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Chlorid sowie Kalium. Sie machen fast den gesamten Mineralstoffgehalt des Körpers aus.

Zu den Spurenelementen gehören:
Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Kobald, Jod und Selen (sowie andere Elemente wie Zinn, Fluor, Molybdän, Nickel usw.)

Alle Mineralien, die der Organismus benötigt, stellen nur einen sehr geringen Teil des gesamten Körpers dar, sind aber lebensnotwendig für den Hund, da sie vom ihm nicht selber hergestellt werden können. Aus diesem Grund ist der Körper auf eine Zufuhr der Mineralien über die Nahrung angewiesen.
Mängel oder Überschuss können Schäden beim Hund verursachen, bedürfen allerdings langandauernder falscher Fütterung. Auch kann ein Überschuss eines Minerals die Aufnahme eines anderen verhindern.

Mengenelemente

Calcium:
Calcium befindet sich zum größten Teil in den Knochen und den Zähnen. Hier ist es für die Mineralisation zuständig. Ein kleiner Rest des Calciums befindet sich in den Zellen, wo es bei der Blutgerinnung hilft und für die Stabilisation der Zellwände zuständig ist. Zudem spielt Calcium für die Erregungsleitung in den Muskeln und Nerven eine wichtige Rollle. Das Calcium der Knochen wird in der Phase des Wachstums aufgebaut und unterliegt in der gesamten Lebenssanne des Hundes ständig einem Auf- und Abbauprozess. Dier Knochen dienen dem Calcium als Speicherorgane. Calcium steht in enger Verbindung mit Phosphor. Sie sollten immer in einem ausgewogenen Verhältnis im Futter des Hundes vorhanden sein (1:1).
Calciummangel äußert sich in Erkrankungen des Skeletts, da den Knochen Calcium entzogen wird. Auch Blutgerinnungsstörungen können mit einem Calciummangel einhergehen.
Calcium ist enthalten in Milchprodukten (v.a. Käse), Gemüse (v.a. Brokkoli, Spinat, Grünkohl), Knochen und Knochenmehl.

Phosphor:
Auch Phosphor ist für das Skelett des Hundes wichtig und ist zum größten Teil in Knochen zu finden.
Ein Mangel an Phosphor wirkt sich auf das Skelett des Hundes aus.
Als Phosphorquellen kommen vor allem Fisch, Fleisch, Knochen, Getreide und Milchprodukte in Frage.

Magnesium:
Auch Magnesium befindet sich zum größten Teil in den Knochen der Tiere. Der restliche Anteil ist in den Zellen sowie in der Zellflüssigkeit zu finden. Magnesium wird für den Aufbau des Skeletts benötigt. Es dient dem Nervensystem, den Muskeln und aktiviert Enzyme. Magnesium ist aber auch wichtig für den Energiestoffwechsel in den Zellen.
Ein Mangel an Magnesium wirkt sich auf das Herz-Kreislaufsystem sowie die Muskulatur aus.

Kalium:
Kalium, ein Elektrolyt, ist in jeder Zelle des Hundes vorhanden. Es regelt zusammen mit Natrium den Druckausgleich zwischen dem Inneren der Zellen und deren Umgebung (osmotischer Druck) und ist somit für den Wasserhaushalt zuständig. Zudem wirkt sich Kalium auf das Säure-Basen-Gleichgewicht aus, dient der Reizleitung der Nerven und Muskeln und aktiviert Enzyme.
Ein Mangel an Kalium tritt i.d.R. nur dann auf, wenn der Hund lang anhaltenden Durchfall oder Erbrechen zeigt.

Chlorid:
Chlor oder Chlorid ist wie Natrium und Kalium ein Salz, das dem Elektrolythaushalt dient. Chlorid ist vor allem außerhalb der Zellen in der extrazellulären Flüssigkeit enthalten. Es bildet zusammen mit Wasserstoff die Magensäure und ist an enzymatischen Reaktionen beteiligt.
Ein Mangel an Chlor entsteht vor allem durch Durchfall bzw. Erbrechen, da hierbei für den Körper wertvolle Salze verloren gehen.
Aufnehmen kann der Hund Chlorid durch Beigaben von kleinen Mengen Salz (Meersalz oder Thunfisch im eigenen Saft).

Natrium:
Natrium zählt ebenfalls zu den Elektrolyten und ist dafür verantwortlich, die Druckverhältnisse im Zellraum zu regulieren. Auch am Säuren-Basen-Haushalt sowie am Wasserhaushalt ist das Natrium maßgeblich beteiligt. Es dient zudem dem Nervensystem sowie den Muskeln.
Ein Mangel an Natrium kann durch Durchfall, Erbrechen und große Hitze auftreten.
Natrium kann dem Hund z.B. in Form von Salz oder Blut zugeführt werden.

Spurenelemente

Eisen:
Eisen ist Bestandteil der Proteine (Hämoglobin) in den roten Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport im Blut zuständig sind. Aber nicht nur im Blut, sondern auch in der Muskulatur und in allen Zellen des Körpers ist Eisen zu finden. Eisen ist wichtig für das Immunsystem, dient als Cofaktor für einige Enzyme und wird in der Zellatmung benötigt. Der Hund kann nur schlecht Eisen aus der Nahrung aufnehmen. Bei tierischen Futtermitteln bezieht der Hund das Eisen besonders aus Innereien (Leber, Nieren).
Gespeichert wird das Eisen in der Leber, der Milz sowie dem Knochenmark. Dank dieser Möglichkeit kommt ein Eisenmangel beim Hund nur sehr selten vor. Ein Eisenmangel tritt nur ein, wenn der Hund größere Mengen Blut verliert.
Nimmt der Hund allerdings zu viel Eisen auf, kann das bei jungen Hunden auch zum Tod führen. Gekennzeichnet ist ein Überschuss z.B. durch starke Abmagerung des Hundes.
Eisen ist in folgenden Nahrungsmitteln vorhande: Leber, Nieren, Rindfleisch, Hülsenfrüchte, Brokkoli und Eigelb.

Kupfer:
Die Aufgaben des Kupfers sind eng mit denen des Eisens verbunden. So dient Kupfer der Aufnahme und dem Transport des Eisens. Weiterhin wird es benötigt, um zusammen mit dem Eisen Hämoglobin zu bilden. Andere Aufgaben des Kupfers sind sein Mitwirken in der Bildung von Pigmenten, bei der Herstellung von Kollagen (Bindegewebe) und seine Aufgabe beim Aufbau des Skeletts.
Ein Mangel an Kupfer drückt sich, durch seine Ähnlichkeit zum Eisen, auch fast wie ein Eisenmangel aus. Anzeichen eines Mangels sind z.B. Anämie, Depigmentierung sowie Fehlwachstum des Skelettsystems bei jungen Hunden.
Mit der Nahrung kann der Hund Kupfer über folgende Nahrungsmittel aufnehmen: Leber, Nieren, Getreide, Obst und Nüsse.

Kobalt:
Beim Kobalt handelt es sich um einen Bestandteil des Vitamin B12. Somit ist der Bedarf an Kobalt beim Hund gesichert, wenn er mit seiner Nahrung genug Vitamin B12 aufnimmt.

Mangan:
Mangan ist in jeder Zelle zu finden, da es ein wichtiger Bestandteile der Mitochondrien ist. Es ist für das Gehirn, die Knochenentwicklung und die Fortpflanzung zuständig.
Ein Mangel ist beim Hund bislang unbekannt.
Mangan befindet sich in besonders hoher Konzentration in Getreide, Leber, Nüssen sowie bestimmten Gemüsesorten, vor allem Blattgemüse.

Zink:
Zink ist ein Spurenelement mit vielen Aufgaben. Neben dem Eisen ist es das am weitesten verbreitete Spurenelement. Es kommt in vielen Geweben im Körper vor und ist am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen beteiligt. Auch für das Augen spielt Zink eine entscheidende Rolle. So findet sich die höchste Konzentration von Zink im Körper in der Aderhaut des Auges wieder, aber auch in Haut, Haar, dem Skelett und in der Leber ist Zink vorhanden.
Tritt ein Mangel an Zink auf, zeigt sich dieser in der Regel in Wachstumsstörungen oder -Verzögerungen bei jungen Hunden sowie in Abmagerung, Störungen in der Fortpflanzung, des Immunsystems und der Haut. Besonders Veränderungen der Haut und des Fells (stumpf, glanzlos) zeigen bei Hunden einen Zinkmangel an. Einige Hunderassen verfügen allerdings über einen genetisch bedingten Zinkmangel. Dieser tritt bei Huskies und Bullterriern auf.
Tritt eine Überversorgung mit Zink beim Hund auf, kann es zu einem Mangel an Calcium und Kupfer kommen.
Zink ist vor allem in folgenden Futtermitteln für den Hund zu finden: Innereien, Fleisch, Nüsse und Samen, Eier, Hefe und Getreide.

Jod:
Jod wird vom Organismus des Hundes vor allem benötigt, um die Hormone der Schilddrüse herzustellen. Die höchste Jodkonzentration findet sich demzufolge in der Schilddrüse.
Tritt ein Mangel an Jod auf, ist das wichtigste Symptom der Kropf, eine Vergrößerunf der Schilddrüse sowie Wachstumsstörungen, Apathie, Gewichtsverlust und Haarausfall. Allerdings ist ein Jodmangel beim Hund relativ selten.
Bekommt der Hund zu viel Jod über die Nahrung geliefert, kann sich dies in den gleichen Symptomen äußern, welche bereits bei Jodmangel genannt wurden.
Jodreiche Lebensmittel: Meeresalgen, Ananas und Milchprodukte.

Selen:
Selen schützt zusammen mit Vitamin E die Zellwände vor Schäden durch Oxidation. Hohe Konzentrationen von Selen im Körper befinden sich in der Leber, in der Niere sowie den Haaren.
Ein Mangel an Selen ist weitgehend unbekannt beim Hund, da es im Futter reichlich vorhanden ist.
Erhält der Hund mit seiner Nahrung zuviel Selen, kann es zu Schwäche, Erbrechen und Nervosität kommen.
Selen findet man vor allem in Getreide, Fleisch und Fisch

Andere Spurenelemente

Über die Bedeutung anderer im Organismus vorkommender Spurenelemente wie Zinn, Molybdän, Fluor, Nickel, Silicium, Vanadium und Arsen ist heute noch so gut wie nichts bekannt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hunde diese Spurenelemente auch benötigen, allerdings in viel niedrigeren Konzentrationen wie die oben aufgeführten Elemente. Werden die hier genannten Spurenelemente in größeren Mengen dem Hund zugeführt, so kommt es zum Tod, da alle diese Stoffe eine starke toxische Wirkung aufweise

Vitamine

Vitamine fördern und steuern viele Stoffwechselprozesse. Sie werden nur in sehr geringen Mengen benötigt. Da sie jedoch bis auf wenige Ausnahmen nicht vom Hund selbst synthetisiert werden können, müssen Sie mit der Nahrung zugeführt werden. Man unterscheidet wasserlösliche und fettlösliche Vitamine.
Als fettlösliche Vitamine werden die Vitamine A, D, E und K bezeichnet. Zu den wasserlöslichen Vetretern der Vitamine gehören die Vitamine des B-Komlexes sowie Vitamin C.
Fettlösliche Vitamine, die der Hund mit der Nahrung aufnimmt, werden zusammen mit dem Fett verdaut und gelangen über die Darmwand in den Organismus des Hundes. Sie werden in der Leber gespeichert. So kann es bei einer Übervitaminisierung zu einer giftigen Ansammlung dieser Vitamine in der Leber kommen.
Wasserlösliche Vitamine hingegen lassen sich nicht in dem Maße vom Körper speichern, wie die fettlöslichen Vetreter der Vitamine. Das macht einen Mangel an wasserlöslichen Vitaminen weitaus wahrscheinlicher, als die bei fettlöslichen Vitaminen der Fall ist.

Vitamin A:
Vitamin A, auch Retinol genannt, ist ein fettlösliches Vitamin. Das bedeutet, es werden Fette und Mineralstoffe benötigt, damit es im Verdauungstrakt gut resobiert werden kann. Vitamin A kann im Körper (hauptsächlich in der Leber) gespeichert werden. Daher muss es nicht jeden Tag in der Nahrung vorhanden sein. Vitamin A dient im Körper der Sehkraft, dem Knochenwachstum, der Fortpflanzungsfähigkeit sowie der Erhaltung der Haut und Schleimhäute.
Zu beachten ist unbedingt, dass ein stetiger Überschuss an Vitamin A nicht vom Körper ausgeschieden werden kann und somit zu Vergiftungserscheinungen führt. Eine anhaltende Überversorgung mit Vitamin A ist daher in jedem Falle zu vermeiden!
Man unterschiedet Vitamin A, das ausschließlich in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vorkommt, und die Karotine. Letztere werden im Körper des Hundes zu Retinol umgewandelt und sind pflanzlicher Herkunft.
Natürliche Vorkommen von Vitamin A in der Nahrung: Karotten, Hagebutten, Aprikosen, Spinat, Feldsalat, Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Fenchel, Mangold, Brennessel, Löwenzahn oder als aktives Vitamin A in Leber, Hühnerfleisch, Fisch oder Eisen.

Vitamin B-Komplex:
Der Vitamin B-Komplex umfasst eine ganze Reihe von Vitaminen und nimmt somit eine Sonderstellung bei den wasserlöslichen Vitaminen ein. Sie wurden ursprünglich wegen ähnlicher Stoffwechselfunktionen zusammengefasst. Die Vitamine B1, B2, B3, B5 und B6 sind wichtig für die Ausnutzung der Futterenergie. B11 und B12 sind erforderlich für die Zellerhaltung und das Zellwachstum. Der B-Komplex wird gar nicht oder nur in sehr geringem Maße im Körper gespeichert. Daher sind keine Vergiftungserscheinungen bei einer Überversorgung zu befürchten.

Vitamin B 1 = Thiamin:
Das Vitamin B 1 spielt eine große Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel. Ein Mangel an Vitamin B 1 äußert sich in nervösen Störungen, Gewichtsverlust, Angst- und Aufregungszustände, Krämpfe und Muskelschwäche. Ein Mangel ist beim Hund aber selten.
Vitamin B 1 findet sich in: Fleisch, Leber, Joghurt, Weizenkeimen, Bierhefe, Brokkoli, Bierhefe, Haselnüssen und Löwenzahn.

Vitamin B 2 = Riboflavin:
Vitamin B 2 dient der Verbrennung und der Energiegewinnung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen. Desweiteren dient es dem Transport von Wasserstoff und ist nützlich für Augen, Haut und Schleimhäute.
Ein Mangel an Vitamin B 2 kann ausgeschlossen werden.
Eine Überversorgung tritt nicht auf, da Riboflavin vom Körper nicht gespeichert wird.
Natürliche Vorkommen in: Milchprodukten, Fisch, Blumenkohl, Muskelfleisch, Äpfel, Nüsse, Petersilie, Herz, Niere, Spinat, Brokkoli und grünem Blattgemüse.

Vitamin B 3 = Niacin:
Vitamin B 3 ist ebenfalls am Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen beteiligt.
Bei einem Mangel sind eine Dunkelfärbung der Zunge und Geschwüre in der Mundschleimhaut zu beobachten.
Eine Überversorgung tritt selten auf, da Niacin über die Nieren ausgeschieden wird.
Natürliche Vorkommen in: allen tierischen Produkten, Fisch, Fleisch, Milchprodukten, Eiern, Hülsenfrüchten, Getreide, Hefe, Aprikosen und Melonen

Vitamin B 5 = Pantothensäure:
Vitamin B 5 kommt in allen Körpergeweben lebender Tiere vor. Es ist Bestandteil des Coenzym A, welches an vielen Vorgängen im Organismus beteiligt ist.
Da Vitamin B 5 in fast allen Nahrungsmitteln enthalten ist, ist ein Mangel selten.
Eine Überversorgung tritt i.d.R. nicht auf, da es als wasserlösliches Vitamin ausgeschieden und nicht gespeichert wird.
Natürliche Vorkommen von Vitamin B 5 in der Nahrung: in fast jedem Nahrungsmittel. Leber und Heringe weisen auf einen besonders hohen Gehalt hin.

Vitamin B 6 = Pyridoxin:
Vitamin B 6 wird im Körper für den Aminsosäurenstoffwechsel sowie für die Verstoffwechselung der Proteine benötigt. Es dient der Bildung von Blut, dem Hormonstoffwechsel und ist wichtig für das Immunsystem.
Der Bedarf des Hundes an Pyridoxin ist vom Proteingehalt der Nahrung abhängig. Ein Mangel ist beim Hund weitgehend unbekannt, ebenso eine Überversorgung.
Natürliche Vorkommen von Vitamin B 6 in der Nahrung: Leber, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Bananen, Brokkoli, Honig, Sauerkraut, Eigelb

Vitamin B 12 = Cobalamin:
Vitamin B 12 enthält das Mineral Kobalt, weswegen es auch den Namen Cobalamin trägt. Es dient dem Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Fetten und ist am Transport von Kohlenstoffen im Organismus beteiligt.
Ein Mangel an Vitamin B 12 kann auftreten, wenn der Intrinsic factor (Mechanismus für die Aufnahme von B 12) beim Hund fehlt, der die Aufnahme über die Darmwände erleichtert. Tritt ein Mangel auf, drückt sich dieser i.d.R. durch Anämie und Störungen im Nervensystem aus.
Eine Überversorgung tritt i.d.R. nicht auf, da Vitamin B 12 nicht gespeichert wird.
Natürliche Vorkommen in Nahrung: Leber, Niere, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Algen.

Vitamin B C = Folsäure:
Folsäure ist wichtig für das Zellwachstum und die Vermehrung von Zellen. Sie dient der Bildung von Blut und ist notwendig für den Aminosäurenstoffwechsel.
Da der Hund in der Lage ist, Folsäure im Darm herzustellen, kommt es fast nie zu einem Mangel. Dieser kann lediglich dann auftreten, wenn der Hund größere Mengen an Blut verliert oder unter Darmerkrankungen leidet.
Eine Überversorgung ist nahezu auszuschließen, da überschüssige Folsäure ausgeschieden wird.
Vorkommen in der Nahrung in: Leber, Fleisch, grünen Blattgemüsesorten, Gurken, Fenchel, Brokkoli, Milchprodukten, Pflanzenkeimlingen und Roter Beete.

Cholin:
Cholin gehört ebenfalls zu den Vitaminen des B-Komplexes. Es ist für zahlreiche Stoffwechselreaktionen im Körper verantwortlich. Cholin dient dem Transport der Fettsäuren und ist auch in den Zellmembranen enthalten. Zudem ist es hilreich beim Abbau von Fetten in der Leber.
Da Cholin im Futter ausreichend vorkommt, ist ein Mangel bislang unbekannt.
Eine Überversorgung tritt selten beim Hund auf.
Natürliche Vorkommen von Cholin in: Leber, Herz, Hirn, Eigelb, grünen Blattgemüsesorten, Hefe und Weizenkeimen.

Vitamin H = Biotin:
Biotin zählt ebenfalls zum Vitamin-B-Komplex. Es ist wichtig für das gesunde Wachstum von Haut, Fell und Krallen. Desweiteren spielt es eine Rolle im Fettsäurestoffwechsel sowie in der Herstellung nicht-essentieller Aminosäuren.
Bei einem Mangel an Vitamin H treten Juckreiz, Schuppen, Haarausfall und andere Probleme im Haarkleid des Hundes auf. Eine Unterversorgung ist aber sehr selten, da meist genügend Biotin in der Nahrung vorhanden ist.
Eine Überversorgung mit Biotin ist als ungefährlich für den Hund zu betrachten.
Natürliche Vorkommen in: Eigelb, Leber, Milch, Hülsenfrüchten, Nüssen, Lammfleisch, Obst, Reis, Hefe und Bierhefe.

Nikotinsäure:
Die Nikotinsäure zählt zu den B-Vitaminen und gehört so auch zu den wasserlöslichen Vitaminen. Sie ist im Körper des Hundes vor allem an der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen beteiligt. Nikotinsäure kommt zwar auch in pflanzlicher Nahrung vor, kann aber nur über tierische Nahrungsmittel aufgenommen werden, da sie hier ungebunden vorliegt. Allerdings können Hunde Nikotinsäure auch aus einer essentiellen Aminosäure, dem Tryptophan, synthetisieren, das in den Nahrungsmitteln ausreichend vorhanden ist.
Ein Mangel an Nikotinsäure ist daher beim Hund so gut wie unbekannt.
Eine Überversorgung tritt i.d.R. nicht beim Hund auf.
Vorkommen in: Leber, Thunfisch, Weizenkeimen, Hefe und Milchprodukten.

Vitamin C = Ascorbinsäure:
Vitamin C wird vom Hund aus Glucose synthetisiert, kann aber auch über das Futter aufgenommen werden. Der Organismus des Hundes benötigt Vitamin C vor allem für das Immunsystem, aber ebenso für das Bindegewebe, das Knochenwachstum sowie den Eisenstoffwechsel.
Ein Mangel kommt so gut wie gar nicht vor, da der Hund Vitamin C selbst synthetisieren kann.
Eine Überversorgung tritt ebenfalls kaum auf, da der Körper einen Überschuss ausscheidet.
Natürliche Vorkommen in: Leber, Blut, Hagebutten, Johannisbeeren, Kiwis, Zitronen, Brokkoli, Spinat, grüne Salatgemüsesorten, Petersilie, Wurzeln, Rüben, Paprika und Tomaten.

Vitamin D = Vitamin D 2 und D 3:
Vitamin D 2 wird auch Ergokalziferol genannt, Vitamin D 3 auch als Cholekalziferol bezeichnet. Beide werden als Provitamine charakterisiert und regulieren den Calcium-Phosphor-Stoffwechsel. Sie gehören zu den fettlöslichen Vitaminen und lassen sich vom Körper speichern.
Vitamin D 2 wird für die Calciumaufnahme benötigt, ist aber auch für die Aufnahme von Vitamin A wichtig.
Vitamin D 3 als Provitamin kann vom Hund selber hergestellt oder als Cholekalziferol über tierische Nahrungsmittel aufgenommen werden. Für die Eigensynthese von Vitamin D benötigt der Hund viel Sonnenlicht. Somit haben es hellhäutige Hunde leichter, Vitamin D zu produzieren, als Hunde mit dunkler Fellfarbe. Für Hunde ist es auch aus diesem Grund sehr wichtig, dass sie sich im Freien aufhalten können.
Beide Formen des Vitamin D werden in der Leber des Hundes sowie in den Fett- und Muskelgeweben gespeichert. Sie werden vom Körper zur Erhaltung des Skelettsystems benötigt und sorgen in den Nieren, im Darm und in den Knochen dafür, dass der Calciumspiegel sowie der Phosphorspiegel im Blut erhöht werden, so dass eine Mineralisierung der Knochen stattfinden kann.
Ein Mangel an Vitamin D kann Störungen in der Mineralisierung der Knochen nach sich ziehen, also zu Rachitis oder Osteomalazie beim Hund führen.
Bei einer erhöhten zufuhr von Vitamin D kann es zu einer Vergiftung mit den Symptomen von Erbrechen, Durchfall usw. kommen.
Natürliche Vorkommen von Vitamin D in: Fetthaltigen Fischen, Eigelb, Fischleber, Lebertran, Butter, Fleisch und Getreidesprossen.

Vitamin E = Tocopherol:
Alle Gewebe des Körpers enthalten geringe Mengen Vitamin E. In der Leber liegen höhere Konzentrationen vor, da es hier gespeichert wird. Bei Vitamin E handelt es sich um ein fettlösliches Vitamin. Die Aufgabe des Tocopherol ist die eines Antioxidans. Das heißt, es verhindet Schäden durch Oxidation im Organismus. Ungesättigte Fettsäuren z.B. benötigen die Antioxidantien, um nicht ranzig zu werden.
Ein Mangel an Tocopherol kann zu Problemen der Muskulatur sowie am Herzen führen.
Mängel treten aber i.d.R. selten auf.
Eine Überversorgung ist ebenfalls so gut wie auszuschließen. Sie würde gegebenenfalls mit Abmagerung einhergehen.
Vorkommen in: Erdnüssen, Weizenkeimöl, Getreide, Fisch, Sonnenblumenöl, Sonnenblumenkernen, Haselnüssen, Fenchel, Spinat und Eiern.

Vitamin K = Chinone:
Als Vitamin K wird eine Gruppe von Verbindungen bezeichnet, die auch Chinone genannt werden. So kommen die Vitamine K 1 (Phyllochinon) und K 2 (Menachinon) vor. Beide Vitamine sind fettlöslich und können vom Körper gespeichert werden.
Vitamin K spielt z.B. in der Blutgerinnung eine entscheidende Roll, wie auch in der Knochenbildung. K 1 kommt vor allem in Pflanzen vor, wie z.B. grünen Blattsalaten.
Vitamin 2 wird vom Organismus des Hundes gebildet. Aus diesem Grund ist die Eigensynthese für den Hund wichtiger, als die Zufuhr über das Futter.
Ein Mangel an Vitamin K tritt vor allem dann auf, wenn der Darm des Hundes z.B. durch Antibiotika stark geschädigt ist und der Hund Schwierigkeiten hat, selber Vitamin K 2 herzustellen.
Eine Überversorgung ist beim Hund weitgehend unbekannt.
Natürliche Vorkommen von Vitamin K in der Nahrung: Leber, Geflügelfleisch, Blattgemüse, Brokkoli, Kohl, Spinat, Milchprodukten, Fleisch, Algen, Dill, Oregano, Petersilie, Hülsenfrüchten.